LEKO - mal wieder
Guten Morgen Ihr Lieben, gestern kam nun eine Mail von LEKO - für alle die es nicht wissen, dass ist sozusagen der französische grüne Punkt - die die neuen Regeln genau erklärt. Ich hab mich da jetzt mal durch die endlosen Paragraphen gelesen. Leider stellen sie nicht, wie ich im Stillen gehofft hatte, den Kontakt zu einem Bevollmächtigten her. Das wird dann wohl für mich das Aus für den französischen Markt sein. Für alle, die in den letzten Tagen oder Wochen die Ansicht geäußert haben, dass man das alles entspannt sehen kann und es sowieso keiner kontrolliert hier mal ein Auszug aus den Dokumenten:
"Um Léko die Überprüfung der Richtigkeit der von seinen Mitgliedern eingereichten Erklärungen zu ermöglichen, ist der Marktplatz verpflichtet, Léko auf dessen Anfrage die Mengen der Produkte des Sektors Haushaltsverpackungen und Papier nach Kategorien mitzuteilen, die von Drittanbietern, die Léko-Mitglieder sind, über seine Plattform verkauft werden, gemäß Artikel R. 541-168 des französischen Umweltgesetzbuchs. Léko gibt in seiner Anfrage die IDU-Nummern der betreffenden Mitglieder und die Frist an, bis zu der der Marktplatz diese Daten übermitteln muss."
Ich denke, das wird auch für andere Länder gelten.
Wir alle wissen, dass wir alle das nicht gut finden und uns andere Lösungen wünschen, aber das soll hier bitte nicht - schon wieder - das Thema sein. Hat jemand eine konstruktive Idee, wie man damit umgehen kann? Einen günstigen Anbieter zu Landscape und Co. z.B., der das komplett übernehmen kann? Eigentlich fällt es mir schon schwer, alle meine europäischen Kunden einfach so aufzugeben.
Liebe Grüße und einen schönen Arbeitstag Euch allen Birgit
SunnytyDE
·9 months ago · Edited@HelenaBlauerose zu deiner Frage wegen weiterleiten: Ich hatte mich mit dem Thema schon vor ner Weile beschäftigt, weil das für mich im Prinzip genau derselbe Fall ist wie bei unseren Schweizer Kunden. Die lassen ja auch ganz normal an einen deutschen Paketshop liefern und holen es später selbst ab. Ein Reshipper funktioniert eigentlich identisch, nur eben etwas anders organisiert.
Hier die relevanten Stellen aus dem Verpackungsgesetz. In § 3 Abs. 9:
„Inverkehrbringen ist jede entgeltliche oder unentgeltliche Abgabe von mit Ware befüllten Verpackungen an Dritte mit dem Ziel des Vertriebs, Verbrauchs oder der Verwendung. Nicht als Inverkehrbringen gilt die Abgabe von im Auftrag eines Dritten befüllten Verpackungen, wenn sie eindeutig mit dem Namen oder der Marke dieses Dritten gekennzeichnet sind.“
Entscheidend ist der Ort, an dem ich als Händler die Verpackung erstmals an jemanden abgebe. Wenn die Lieferadresse also in Deutschland liegt, egal ob Paketshop, Tante Erna oder ein Reshipper dann bringt man die Verpackung eindeutig in Deutschland in Verkehr, und damit gilt auch nur das deutsche Verpackungsgesetz.
Dann gibt es noch § 3 Abs. 14, der definiert, was ein Fulfillment-Dienstleister ist:
„Fulfilment-Dienstleister ist jeder, der im Rahmen des Fulfilment eine oder mehrere der folgenden Tätigkeiten für einen Vertreiber ausführt: Lagerhaltung, Verpacken, Adressieren und Versenden von Waren sowie andere mit diesen Tätigkeiten verbundenen Dienstleistungen, mit Ausnahme von Post- und Paketdiensten.“
Ein Reshipper arbeitet aber nicht im Auftrag des Händlers, sondern ausschließlich im Auftrag des Endkunden. Ich als Händler gebe keinen Auftrag an diesen Dienstleister, weiß oft nicht einmal, dass es ein Reshipper ist, und habe keinerlei vertragliche oder organisatorische Verbindung dazu. Deshalb ist ein Reshipper rechtlich kein Fulfillment-Dienstleister, und daraus entstehen auch keine zusätzlichen Verpackungspflichten im Ausland.
Der einzige Punkt, an dem es wirklich kritisch werden kann, ist das Thema Mitwirkung. Und da geht es nicht darum, was der Reshipper macht, sondern was der Händler tut. Wenn ein Händler zum Beispiel aktiv Reshipper empfiehlt, Links postet oder erklärt, wie man die Ware ins Ausland weiterleiten kann, könnte das rechtlich so ausgelegt werden, als sei er an der Auslandszustellung beteiligt. Die Zentrale Stelle Verpackungsregister formuliert es sinngemäß so: Ein Händler, der aktiv an der Organisation oder Ermöglichung des Auslandsversands beteiligt ist, kann als Inverkehrbringer im Zielland gelten.
Meiner Meinung nach heißt das: Nicht die deutsche Lieferadresse ist das Problem, sondern die aktive Hilfestellung. Wenn ich also Wege aufzeige, wie das Paket nach Frankreich oder sonst wohin kommt, kann das am Ende so wirken, als hätte ich selbst dorthin geliefert und genau dann könnten dort EPR- oder andere Pflichten entstehen.
Dass es solche Dienste gibt, könnte man erwähnen, solange man dabei nicht in die Richtung einer Empfehlung rutscht. Zum Beispiel so:
„Ich versende an deutsche Lieferadressen. Es gibt Weiterleitungsdienste, die von manchen internationalen Käuferinnen und Käufern genutzt werden, aber ich kann keine bestimmten Anbieter empfehlen. Die Organisation erfolgt vollständig in eigener Verantwortung.“
Wenn das mit den Reshippern gut funktioniert und es für kleine Händler keine Lösung bei den ganzen Lizenzpflichten gibt, dann werden diese Weiterleitungsservices vermutlich wie Pilze aus dem Boden schießen. Eigentlich gar keine schlechte Geschäftsidee, nur bin ich im Moment mit meinem eigenen Chaos schon ausgelastet, LOL
HelenaBlauerose
OP9 months ago · EditedMal ne ganz andere Frage. Weiß jemand, ob es für Dänemark, Frankreich usw. so Unternehmen gibt wie für Österreich, die in Deutschland ansässig sind und weiterleiten? Das könnte man ja dann bewerben und in den Artikeln verlinken.
TitaniasZauberwald
·9 months agoIch habe jetzt bei CITEO angerufen - in English, oh my God! - um nach diesem Vertreter zu fragen. Dazu gibt es leider noch keine Infos, aber es soll wohl möglich sein, dass über CITEO zu machen. Sobald es da etwas Neues gibt, kommt eine Mail. Auch zu Kosten konnte man mir noch nichts sagen.
Ich rechne mir mal durch, wie viel ich dieses Jahr an Frankreich verdient habe und bleibe dann vielleicht wenigstens bis August noch dabei. CITEO zahlt man auch erst am Ende des Jahres...
Es ist so frustrierend, dass der Versand nach Kanada, Australien oder Indien so simpel ist und innerhalb der EU kaum mehr machbar...
HelenaBlauerose
OP9 months ago · EditedKurzes Update: ich habe eine Mail von LEKO mit einer Formular zum kündigen, das habe ich ausgefüllt und nun schauen wir mal. Immerhin haben sie sehr schnell reagiert. Der Grüne Punkt hat mir mitgeteilt, dass sich ihre Dienstleistung ausschließlich auf Deutschland bezieht und ich soll bitte selbst Kontakt nach Frankreich aufnehmen. Das werde ich dann auch tun und mal bei Citeo schauen. Und wenn @TitaniasZauberwald da gute Erfahrungen hat, dann versuche ich das einfach mal. Allerdings bleibt immernoch das Vertreterproblem. Vielleicht setze ich den Versand erstmal aus, um nicht wegen eines halben Jahres einen Riesenaufwand zu haben. Lizensero ist mir zu teuer. 500 Euro pro Land sind schon echt fett.
TitaniasZauberwald
·9 months ago@HelenaBlauerose Ich habe mich jetzt mal bei CITEO fürs nächste Jahr eingelesen. Es gibt eine Flatrate für 110 €, die umfasst bis zu 10 000 Verpackungseinheiten, sollte also für uns alle locker reichen. Sie schreiben auch, dass der Bevollmächtigte ab August Pflicht ist, aber ich konnte nichts dazu finden, ob ich den über sie "buchen" kann.
HelenaBlauerose
OP9 months agoOkay, ich hab gestern mal gerechnet. Dieses Jahr lag der Frankreich-Umsatz bei mir bei 2200 Euro - das ist deutlich rückläufig. Bereinigt um Etsy, Versand, Mehrwertsteuer und Material bleiben da etwas über 1200 Euro Bruttoertrag übrig. Davon würde dann noch die Lizenz abgehen. Das macht irgendwie keinen Sinn für mich mehr bei all dem Aufwand, den man hat. Und mein Mann meinte eh, noch so ein Jahr bitte nicht. Ich soll ein bisschen runterfahren. Also hab ich mich entschlossen, Frankreich ab Januar zu canceln. I:rgendwie tut mir das trotzdem leid, weil ich das Land so liebe, aber was soll's. Man muss ja auch wirtschaftlich denken.
TitaniasZauberwald
·9 months agoIch bin seit 2 Jahren bei Citeo und da auch zufrieden. Ich habe mich aber noch nicht damit beschäftigt, wie es nächstes Jahr weitergehen wird... Aber vielleicht kannst du mal auf der Seite schauen.
Liebe Grüße!
SunnytyDE
·9 months ago@HelenaBlauerose ich probier’s jetzt nochmal, speicher es aber vorher ab.
Also was ich gesagt hatte, war das es einige Anbieter gibt die alles übernehmen wie Lizenzero oder der Grüne Punkt mit den Bevollmächtigten.
Der Grüne Punkt z. B. meldet für Frankreich über Citeo oder Adelpha an, was natürlich günstiger ist, wenn man sich da selber durchkämpft.
Ich kenne eine Deutsche Verkäuferin die bei Adelpha (nur auf Französisch) registriert ist und die sagt (keine Gewähr auf was ich jetzt schreibe, weil ich kein französisch kann und das nicht nachprüfen kann) das bei denen eine Pauschale Mindermenge für Frankreichs EPR für 60€ im Jahr möglich ist auf unter 10.000 Units im Jahr. Da muss man anscheinend nichts deklarieren, sondern nur von Jahr zu Jahr mit Unterschrift bestätigen das man nicht drüber ist. Ein Bevollmächtigter soll dort auch bald möglich sein für eine Pauschale.
Dann habe ich noch von Staxxer (englisch/französisch) gehört, das ist zwar nicht nur EPR sondern auch Buchhaltung usw. aber da kann man als Deutscher registrieren, da ist der Preis einmalig 199€ und jedes Jahr 239€ für kleine Mengen. Da ist anscheinend der Bevollmächtigte mit drin. (Auch keine Gewähr).
Leider ist für alles viel Recherche nötig und man muss halt abwägen was zu einem passt und ob man damit leben kann oder will.
Ich denke auch das bis August 2026 noch viele weitere hinzukommen, die so ein Gesamtpaket anbieten oder auch nur individuelle Länder.
HelenaBlauerose
OP9 months agoDankeschön. Beim Grünen Punkt bin ich ja für Deutschland. Ich hab jetzt erstmal LEKO gekündigt und werde mich heute Abend mal beim Grünen Punkt umschauen. Wäre ja schon ein Fortschritt, wenn man das alles auf deutsch erledigen könnte und nicht jede Woche eine nervige Mail von LEKO bekommen würde. 😅
SunnytyDE
·9 months agoDie Mails wirst du noch jahrelang bekommen, LOL. Bei mir auch wie bei @AnnaleasFinest Mahnungen jedes Jahr, voll nervig. Und dann noch immer die Updates und Infos. Da kannst schreiben und kontaktieren wen du willst, die kommen trotzdem. Da hilft nur ab in den Spam.
AnnaleasFinest
·9 months ago@SunnytyDE
danke, Sandra, da bin ich jetzt fast schon erleichtert, dass es nicht nur mir so geht!
TitaniasZauberwald
·9 months ago@SunnytyDE Das mit den verschwundenen Beiträgen scheint grade ein großes Problem zu sein, es gibt mehrere Beschwerden bei uns im Captain's Team. Werde das auch gleich melden...
BuntMixxDesign
·9 months agoVon mir wurde auch ein Beitrag gelöscht "declined". Es war nur eine Erklärung zu dem senkrechten blass-grauen Strich, also völlig harmlos! Und solange ich nicht weiß, wer was warum löscht, halte ich mich hier zurück.
SunnytyDE
·9 months ago@HelenaBlauerose und alle anderen die mitlesen.
Also du hast dich ja schon für Citeo entschieden aber ich wollte noch meinen obigen Beitrag mit dem Grünen Punkt erklären da sie dir gesagt hatten das machen sie nicht. Der Grüne Punkt hat eine Partnerschaft durch Verpackgo mit ‚Green Dot Rep‘ und die stellen einen EU Bevollmächtigten für jedes EU Land in dem es nötig ist. Für Österreich mit ARA, für Spanien mit Ecoembes, für Frankreich mit Citeo oder Adelphe, für Tschechien mit EKO-KOM usw.
Also wenn man bei Verpackgo schaut ist es da erklärt.
SunnytyDE
·9 months agoOk, hab grad nen Beitrag mit verschiedenen Alternativen geschrieben und jetzt ist er weg? Vielleicht taucht er ja nochmal auf?
SunnytyDE
·9 months agoIch seh grad declined...na dann.
bellecoseschmuck
·9 months ago-aber was für einen Grund sollte es geben eine Information verschwinden zu lassen?? Schade!
Reclay bietet ja neuerdings auf einem Umweg auch Léko an, ob es immer noch so unbefriedigend ist? Nutzt es jemand aktuell?
HelenaBlauerose
OP9 months agoWusste ich gar nicht. Weißt Du, wie das funktioniert und ob die dann auch das mit dem Vertreter regeln?
bellecoseschmuck
·9 months agoSchau auf der Seite von Reclay, da gibt es einen Abschnitt für Frankreich mit einer Weiterleitung zu ...weissich nichtmehr und dann zu Léko. Ist relativ neu (24?), die Bedingungen aktuell kenne sich nicht, aber es ist alles geregelt schreiben sie. Ich selbst werde mich 2026 aus dem EU-Geschäft zurückziehen, deshalb lasse ich alles auslaufen was Lizenzen möchte.
HelenaBlauerose
OP9 months agoAh ok, na gut, wenn sie nur weiterleiten, macht es ja keinen Sinn. Dann muss man ja doch wieder alles selbst machen. Aber danke dir
AnnaleasFinest
·9 months ago@HelenaBlauerose
ja, das ist eine bittere Pille. Ich bin schon lange bei Leko raus, habe vor Jahren gekündigt, und leider bekomme ich alle Jahre wieder eine Rechnung mit Drohungen und bisher dann immer eine Entschuldigung.
Es ist schade dass Frankreich für mich weggefallen ist, und du hast dort bestimmt auch viele Interessenten.
Ich hoffe, dass hier jemand einen alternativen Anbieter weiß.
HelenaBlauerose
OP9 months ago@AnnaleasFinest Ich denke, man muss die Mitgliedschaft schriftlich kündigen. Das werde ich vermutlich dann machen.
AnnaleasFinest
·9 months ago@HelenaBlauerose
unbedingt. Ich hab das zwar auch gemacht, aber dort verkrümelt sich wieder alles irgendwie. Ich hab schon deswegen keine Lust mehr, mit denen Geschäfte zu machen.
Und dann das Lockvogelangebot für das erste Jahr, mit 79 €, hab ich mir noch eingehen lassen, aber im 2. Jahr waren es dann über 150, und das bringt es dann nicht mehr.
LevitationFashion
·9 months agoExakt. Ist bei mir auch "toll" gelaufen. 80€ im ersten Jahr, 2023 sollten es dann 150€ sein, mit der Aussicht auf 70€ Gutschrift, wenn man detailliert deklariert. Ich wollte 2024 kündigen, ehe das Jahr begann, aber das Kundenportal von Leko bietet da gar keine Möglichkeit. Hatte die dann am ersten Geschäftstag 2024 angemailt, ein Formular bekommen, ausgefüllt und am 3.1.24 hingemailt (Scan). Keine Reaktion. Hab dann Mitte Februar (6 Wochen danach) mal nachgefragt, v.a. auch wegen meiner Gutschrift. Daraufhin erst bestätigte man mir die Kündigung und meinte, ich könne keine Gutschrift bekommen, weil ich falsch deklariert hätte (Flatrate... allerdings war das ohnehin wiedermal sehr undurchsichtig). Bat dann darum, daß sie es ändern, zumal ich nur zwei Verkäufe nach Frankreich in 2023 hatte (weswegen mich 150€ Gebühr schon frustete). Das ginge nicht, behaupteten sie nun, weil ich keine Kunding mehr sei.
Das war schon ziemlich unverschämt... aber letzte Woche hat mir Leko eine Zahlungserinnerung für das Jahr 2024 gesendet. Also für das Jahr, in dem ich nach ihren eigenen Angaben ja keine Kundin mehr war und darum meine 70€ Gutschrift nicht erhielt (die vermutlich eh nur zum Verrechnen mit der neuen Gebühr "ausgezahlt" worden wäre).
Leider hab ich auch keine Alternative zur Hand, aber da ich offenbar nicht die einzige bin, die ihre Probleme mit Leko hat(te), wollte ich doch was dazu schreiben.
AnnaleasFinest
·9 months ago · Edited@LevitationFashion
es ist gut, dass du das geschrieben hast, denn letzten Endes beginnt man schon an sich selber zu zweifeln, und dann merkt man, dass es anderen ganz genauso ergeht, und was für ein Durcheinander da herrscht.
Ich bin dann wohl 26 raus aus der ganzen EU, denn da bleibt ja nix über.
So zwingt die EU die Kleinunternehmer oder sogar den Mittelstand raus...